Historie

Chronik des Turnvereins 1893 Lieblos e.V.  (Kurzfassung)

1893 – 1914

Angeregt durch die Gründung von Turnvereinen in Nachbarorten gründeten einige Männer den Turnverein 1893 Lieblos.

Geturnt wurde auf dem Turnplatz an der Straße „Im Pechofen“. Dort stand ein Schuppen als Geräteraum zur Verfügung. Davor gab es Betonposten zur Befestigung der Geräte und eine Sandgrube. Im Winter wich man in die Säle Storch und Bierschorsch aus.

Um die Jahrhundertwende wurde ein Spielmannszug aufgebaut.

1914 – 1933

Unterbrochen durch die Zeit des 1. Weltkriegs begann danach der Wiederaufbau. Die Gründung des ATUS (Arbeiter-, Turn- und Sportsverband) führt 1924 zu einer Spaltung des Turnvereins Lieblos in die Süddeutschen Turner und die freien Turner. Die Geräte wurden geteilt. Das Vereinslokal der freien Turner wurde die Gaststätte Urbach, der Turnplatz war am Meerholzer Landweg.

1925 nahm der Spielmannszug seine Aktivitäten wieder auf und konnte bis 1939 erfolgreich bei vielen Veranstaltungen mitwirken.

1927 war in Lieblos  das Gauturnfest.

In den Jahren 1929 – 1935 bestand im Turnverein eine äußerst spielstarke Handballmannschaft.

Am 5.6.1933 wurde zum 40-jährigen Jubiläum die für 400 Reichsmark  erworbene Fahne geweiht. Im gleichen Jahr bereiteten die Nazis allem freien Vereinsleben ein jähes Ende.

1945 – 1952

Am 8.10.1945 gründeten etwa 40 Bürger und Bürgerinnen in der Gaststätte G. Hofmann die „Sportgemeinschaft Lieblos 1945“ und 1947 mit der Wahl von R. Lukas zum Turnabteilungsleiter die turnerische Arbeit wieder aufgenommen.

Mit dem am 20.8.1950 übergebenen neuen Sportplatz an der „Neuen Herberge“  war eine neue Trainingsstätte geschaffen.

1950 begann der Wiederaufbau des Spielmannszuges.

Am 9.12.1952 wurde die Umwandlung der Turnabteilung der Sportgemeinschaft Lieblos in den Turnverein 1893 Lieblos beschlossen und am 28.1.1953 die Satzung verabschiedet.

 1953 – 1972

Turnen

Auf dem neuen Sportplatz fand 1953 das Gauturnfest statt.

1956 fand ein Gaukindertreffen auf dem Sportplatz mit ca. 1250 Kindern statt.

1958 nahmen 32 Turnerinnen und Turner erfolgreich am Deutschen Turnfest in München teil.

Zum 75-jährigen Vereinsjubiläum fand vom 28.6.-1.7.1968 das Gauturnfest in Lieblos statt.

Vom 19.5. – 1.6.1970  konnte zusammen mit dem FSV Lieblos das 1. Internationale Sport- und Musikfest durchgeführt werden.

Leichtathletik

Leichtathletik wurde im Turnverein schon von Anfang an betrieben, jedoch nur im Rahmen der Mehrkämpfe des Turnverbandes. 1958 nahmen Manfred Berg und Werner Sauer als „nur“ Leichtathleten am Deutschen Turnfest teil und ab 1959 erfolgten auch Starts im Bereich des Leichtathletikverbandes. Das Training fand im Schulhof der Volksschule Lieblos statt.

1961 wurde erfolgreich an den Meisterschaften auf Gau- und Kreisebene teilgenommen.

Nachdem in den Jahren 64/65 das Interesse an der Leichtathletik nachgelassen hatte, wurde 1966 von Werner Sauer mit Jugendlichen ein Neuanfang gewagt.

Angeregt durch gute Leistungen wuchs die Teilnehmerzahl derart, dass die Athleten auf dem Sportplatz  trainieren mussten. Dort wurden in Selbsthilfe ein Kugelstoßring und eine Weitsprunggrube geschaffen.

Musik

Ab 1954 nahm der Spielmannszug an den Landestreffen der Hessischen Turnermusiker teil. Im gleichen Jahr wurde ein Schülerspielmannszug aufgebaut. Mit der Übernahme der Stabführung in 1964 durch Wilhelm Eberling wurde begonnen, die Spielmannszug-besetzung um Tenorhorn, Klarinette, Trompete und Flügelhorn zu erweitern. Die Ära des Musikzuges im Turnverein hatte begonnen.

1968 gab der Musikzug sein 1. Konzert im Saale „Storch“.

Gymnastik

Der viel bekundete Wunsch nach einer sportlichen Betätigung für Frauen führte zur Gründung der Frauengymnastik am 4.10.1966. Geübt wurde im Saal „Bierschorsch“ und im Saal „Storch“.

1972 – 1993

Die Übergabe der Turnhalle am 8.10.1972 eröffnete auch für den Turnverein neue Dimensionen. Fremdworte, wie Geräteräume, sportgerechte Übungsflächen, Wintertraining für die Leichtathletik und Duschen wurden zur Realität.

Am 18.3.1976 wurde W. Neidhardt zum 1. Vorsitzenden gewählt und Richard Lukas zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der Verein zählte ca. 300 Mitglieder. Der Beitrag wurde von 1 auf 2 DM/Monat für Jugendliche und von 2 auf 3 DM/Monat für Erwachsene angehoben.

Vom 3. – 9.10.1982 wurde die 1. Vereinsfreizeit auf der Loreley mit 124 Teilnehmern durchgeführt.

1983 wurde das 90-jährige Vereinsjubiläum mit dem 23. Gautreffen der Turnermusiker verbunden.

1986 wurde ein Förderverein gegründet.

1987 fuhren Sportler und Musiker mit 2 Bussen zum Deutschen Turnfest nach Berlin.

Zum 95-jährigen Jubiläum fand das Landestreffen der Turnermusiker in Lieblos statt.

Turnen

I. Strauß für das Mädchenturnen und K. Oefner als Oberturnwart legten in der neuen Halle den Grundstein für den steilen Aufstieg des Gerätturnens im Turnverein.

1973 nahmen beim Gaukindertreffen in Lieblos fast 1400 Kinder teil.

Ein Leistungszentrum für männliche Gerätturner wurde nach Lieblos vergeben. Dieser Einrichtung ist es mit zu verdanken, dass unsere Turner in den nächsten Jahren auf Gau-, Landes- und Bundesebene hervorragende Ergebnisse erzielten. Diese gipfelten in den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften von M. Leingruber in 1988 und 1990 (Dt. Sechskampf der Jugend).

Leichtathletik

Mit der Fertigstellung der Kleinsportanlage an der Turnhalle verbesserten sich die Trainingsmöglichkeiten der Leichtathleten und führten zu einer Leistungsexplosion.

Regelmäßig wurde die Teilnahme an Hessischen Mehrkampfmeisterschaften und ab 1976 auch an den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften erreicht.

Zum 25-jährigen Bestehen der Leichtathletikabteilung in 1984 erreichten wir 34 Kreis-, 7 Gau- und 1 Hessenmeistertitel. Bei Mannschaftskämpfen gingen wir in diesem Jahr mit den Männern in der Landeliga an den Start.

Die Mannschaft der B-Schüler erreichte 1985 den 1. Platz in Hessen und den 3. in Deutschland.

Ab 1989 bildeten die Vereine TV Lieblos, TV Bad Orb, TV Roth und TV Rothenbergen eine Start- und Trainingsgemeinschaft (LG Gründau).

Am 21.9.1991 wurde am Bürgerzentrum die neue Sportanlage der Gemeinde Gründau eingeweiht, die den Leichtathleten u. a. mit 6 Tartanbahnen optimale Trainings-möglichkeiten bietet. Zugleich wurde das Sanitärgebäude der Sportanlage durch die Vereine TV Lieblos, FSV Lieblos und TV Rothenbergen errichtet.

Musik

1975    übernahm W. Eberling die Abteilungsleitung.

Mit dem Ziel der Gründung eines Jugendblasorchesters begann im Januar 1976 der 1. Ausbildungsabschnitt mit 20 Mädchen und Jungen und Leitung von H. Eberling. Das Jugendblasorchester trat erstmals im Nov. 1976 beim Konzert auf.

Die Instrumental-Grundausbildung lag in den Händen der durch Praxis, Musizieren in Auswahlorchestern und Besuch von Fortbildungslehrgängen herangereiften Musiker. Ab 1977 nahmen Musiker an mehrtägigen Leistungslehrgängen (D1 – D3) erfolgreich teil. R. Geiß, K.Michelmann und U. Fischer besuchte Dirigentenlehrgänge.

H. Pankerl und H. Eberling legten 1981 ihre Dirigentenprüfung ab. Es folgten S. Oefner 1982, F. Reis 1983 und R. Geiß 1992.

1982 erreichten beide Orchester beim Landestreffen in Runkel zwei 1. Ränge.

Einige Musiker wurden in das Bundesorchester des DTB und in das Landesjugendorchester des HTV berufen.

Unter der Dirigentschaft von F. Reis von 1982 – 1990 wurden bei Wertungsmusizieren vorderste Prädikate erreicht und eine Big Band aufgebaut. Ab Herbst 1990 dirigierte H. Pankerl das Orchester.

Gymnastik

Auch für diese Abteilung war mit dem Umzug in die neue Trunhalle ein enormer Aufschwung verbunden. Es entstand eine Jazz-Gymnastikgruppe und die Männergymnastik.

Wegen mangelnder Übungszeiten in der Turnhalle zog die Gymnastik 1986 in das neue Bürgerhaus Lieblos um, wobei jedoch der mangelnde Geräteraum sich als Nachteil herausstellte.

1986 begann die Seniorengymnastik und 1987 wurden „20 Jahre Frauengymnastik“, wenn auch etwas verspätet, mit Nachbarvereinen gefeiert.

Volleyball

1972 bildete sich um W. Neidhardt die Volleyballgruppe, die in der Verbandsrunde 1973/1974 ihr Debüt gab.

Aufgrund der Erfolge bildeten sich in der Folgezeit eine Damen- und eine 2. Herrenmannschaft.

1976/77 gab es sogar ein 3. Männerteam. Die Damen spielten in der Bezirksklasse und die 1. Herrenmannschaft in der Verbandsliga Süd.

Gegen Ende der 70er erreichte die 2. Männermannschaft den Aufstieg in die A-Klasse.

Anfang der 80er wurde mit dem jährlichen Pfingstturnier ein organisatorischer und gesellschaftlicher Höhepunkt gesetzt.

Den Gipfel erreichte die Abteilung mit dem Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Hessenliga Ende der Spielrunde 82/83.

In den Mannschaften wechselten Auf- und Abstiege mehrfach.

1987 erreichte die Damenmannschaft wieder den Aufstieg in die Bezirksliga und wurde 1989 sogar Sieger im Bezirkspokal.

1989 war ein Neubeginn der 1. Herrenmannschaft in der Bezirksliga.

Die Mannschaften befanden sich im Mittelplatz der Leistungen der Region.

Wandern

Im März 1978 übernahm R. Schäfer die neu gegründete Wanderabteilung. Jährlich wurden 14 Wanderungen durchgeführt, dabei entfallen 12 auf Vereinsebene und 2 auf Gauebene. Eine Wanderwoche pro Jahr bot die Gelegenheit, auch Hochgebirgsregionen kennen zu lernen.